| IPC Weltcup 2012 – Großbritannien - Tag 1 |
| Dienstag, den 03. Juli 2012 um 20:43 Uhr |
Wer ist „Poppa“ ?Der letzte große Weltkampf vor dem Jahreshöhepunkt, den Paralympischen Spielen in London, haben die Sportschützen des Deutschen Behindertensportverbandes in Stoke Mandeville vor den Toren der britischen Hauptstadt bestritten. Stoke Mandeville ist eine ganz besondere Kleinstadt für den Behindertensport. In dem kleinen Ort in der Nähe von Aylesbury hat die Paralympische Bewegung ihren Ursprung. Maßgeblichen Anteil hatte daran der Gründervater Prof. „Poppa“ Sir Ludwig Guttmann, nachdem auch die Straße am wunderschönen Sportzentrum von Stoke Mandeville benannt worden ist.
Alles andere als Positiv hat die Reise der Deutschen Mannschaft begonnen. Leopold Rupp aus dem Schleswig-Holsteinischen Albersdorf hat sich in der Nacht vor dem Abflug krank gemeldet. Die Flüge von Frankfurt, Hannover und Hamburg waren alle pünktlich, nur hatten alle anderen Zeitabsprachen am Anreisetage nichts mehr mit Pünktlichkeit zu tun. Teilweise mussten die Athleten und Trainer am Flughafen Heathrow mehr als vier Stunden ausharren bis die Fahrt nach Stoke Mandeville angetreten werden konnte. Das die Waffendeklaration im Königreich recht langwierig von Statten gehen würde, das war den Verantwortlichen des deutschen Teams im Vorfeld bekannt. Nur nach Stunden immer ohne die Sportgeräte, dann vergehen die Minuten, die Sekunden immer langsamer. Eine leichte Panik über den Verlust der Sportwaffen war allen Beteiligten anzusehen. Letztlich haben alle Schützen, incl. ihrer Ausrüstung den Schießstand und das Hotel in Stoke Mandeville nach teilweise dreizehnstündiger Reise erreicht. Der erste Tag in England wurde zur Regeneration genutzt, obwohl nahezu alle Sportler bis zu zwei Trainingseinheiten absolviert haben. Der Tag endete nach dem Technical Meeting und einer Mannschaftsbesprechung am späten Abend, die von Cheftrainer Uwe Knapp geleitet wurde. Gold für Anja Maurer
Ein Zehntel für den SiegSpannung pur gab es im abschließenden Finale um die Medaillen in der Disziplin R2. Acht Finalistinnen, darunter Anja Maurer aus Oberstenfeld-Gronau, lieferten sich während der zehn Finalschüsse ein heißes „Gefecht“. Vom ersten Schuss an wechselte immer wieder die Führung, aber Anja Maurer konnte den Anschluss an die Spitzenplätze halten. Vor dem letzten Finalschuss zeigte die große Anzeigetafel in der Sporthalle im Stoke Mandeville Stadium sogar eine Führung von 0,2 Ringen für die junge Angestellte vom Zoll aus Heilbronn. Der Letzte Finalschuss, Anja Maurer schießt zuerst - „Nur eine 9,7 Ringwertung“. Was machen nun ihre direkten Gegnerinnen um den Finalsieg? Wertungen von 9,8 und 9,6 erscheinen auf der Anzeigetafel. Riesiger Jubel im deutschen Lager! |

Den ersten Wettkampftag eröffneten Natascha Hiltrop und Anja Maurer mit dem Luftgewehr in der Disziplin R2. Ziemlich locker und gelöst sind beide Sportlerinnen an den Stand gegangen. Besonders auffällig war dieses Verhalten bei Anja Maurer zu erkennen, die vor Zuversicht sprühte. Nach dem siebzehnten Wertungsschuss waren bei Anja Maurer 17x eine Zehn zu erkennen. Danach kam etwas Nervosität auf, die Abläufe waren nicht mehr so fehlerfrei wie zu Beginn des Wettkampfes. Mit 392 Ringen hat Anja Maurer nicht nur das Finale als Drittplatzierte erreicht, sondern auch noch eine persönliche Bestleistung aufstellen können.
Abteilung Sportschießen des DBS